Sonntag, 16. November 2014

Nadja Wichmann - Münsteraner Menschen

Nadja-Illustration, dahinter steckt die Münsteraner Künstlerin Nadja Wichmann. Ihre Bilder sind sehr verspielt und die Figuren scheinen geradewegs einem Kinderbuch entsprungen zu sein. Ihre Kunst spricht dennoch keineswegs nur Kinder an. Nadja erschafft ein Märchen-Universum, das auch Erwachsene verzaubert und sie in eine Welt versetzt, in der es Schokokuss-Planeten, liebenswürdige Monster oder andere sonderbare Wesen gibt. In ihren Bildern steckt eine große Portion Fantasie, die einen die Realität wieder mit einem kindlicheren Blick sehen lässt. 

An einem der letzten Wochenenden habe ich mich mit Nadja und ihrem kleinen Sohn Joscha in ihrem Atelier auf der Wolbeckerstraße getroffen, um mir den Entstehungsort ihrer Kunst mal genauer anzusehen. Dort gibt es unglaublich viele verspielte Details zu entdecken und jedesmal wenn man denkt man hätte alles gesehen, fällt einem doch noch eine Kleinigkeit ins Auge, die einen zum Schmunzeln bringt. 

Viel mehr möchte ich aber gar nicht vorwegnehmen. Ich freue mich sehr, dass Nadja mir persönlich ein paar Fragen zu sich und ihrer Kunst beantwortet hat!



Liebe Nadja, erzähl doch mal ein bisschen über deine Kunst...Was machst Du eigentlich genau?

Hallo! Ich zeichne buntes Zeugs auf Holz, Papier oder Leinwand. Meist sind es skurrile Figuren, die verschiedene Planeten entdecken, auf Reisen sind oder einfach nur irgendwo abhängen. Besonders Abenteuer und Freundschaft stehen im Vordergrund. In dieser Welt ist alles möglich, es gibt Milchwälder, Monster und fliegende Wale.










Wie bist Du dazu gekommen, Illustratorin zu werden?

Ich habe eigentlich soziale Arbeit studiert, doch habe ich schon immer gern gezeichnet. Vor 6 Jahren habe ich zwei selbstgestaltete Postkarten auf Dawanda online gestellt, dann folgten kleine Tuschezeichnungen, Bilder auf Holz...und ich fing an auf Designmärkte zu fahren und dort meine Bilder zu präsentieren. Plötzlich saß ich fast jeden Tag am Schreibtisch und zeichnete und konnte nicht mehr aufhören.

Kannst Du von deinen Bildern leben?

Ja, kann ich, zum Glück! Ich bin selbstständig und arbeite hauptsächlich im Atelier „Blechbüchse“ und zum Teil von zu Hause aus, dort mache ich die Buchhaltung und den Versand.










Mit welchen Materialien arbeitest Du?

Meistens mit Acrylfarben und Tusche, Holz, Tapete, Zeitungen...Ich bin immer auf der Suche nach alten Brettern oder Holzstücken; falls jemand was rumliegen hat, immer her damit!




Stellst Du deine Kunst ganz alleine her?

Ja, die Bilder zeichne ich allein. Aber es gibt ein paar tolle Menschen, die mir bei so nervenraubenden Arbeiten helfen wie Magnete schnibbeln oder Drucke in Passepartouts kleben. Auch auf den Märkten werde ich unterstützt-ein großes DANKE an alle und an den Papa meines Sohnes, der übrigens Rahmen für die Bilder selber baut.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Dir aus?

Morgens werde ich von meinem kleinen Sohn Joscha geweckt,der dann zur Kita geht. Bis halb 11 arbeite ich von zuhause aus, danach fahre ich ins Atelier und komme jeden Tag zu spät an. Im Atelier zeichne ich vorwiegend, trinke aber auch Kaffee mit Menschen, die vorbeikommen und sich aufs Sofa setzen. Um 15.00 Uhr mache ich meist den Laden zu, denn dann ist Joschi-Zeit und wir unternehmen irgendwas wahnsinnig Tolles! Wenn er abends dann im Bett liegt, fange ich oft wieder mit irgendetwas an z.B. Buttons stanzen, Rechnungen schreiben oder es schwirrt eine neue Idee im Kopf, die unbedingt heute noch ausgeklügelt werden muss!!

Wie kommst Du auf die Ideen für deine Zeichnungen und für die Texte?

Keine Ahnung, sie sind einfach da. Ich setze mich hin und zeichne drauflos. Wenn ich älteres Holz anschaue, sehe ich oft schon ein Bild, dass nur noch hingemalt werden muss. Wenn ich selber auf Reisen war, habe ich danach besonders viele Ideen. Selbstausgedachte Texte tippe ich auf eine alte Schreibmaschine, ansonsten durchstöbere ich Bücher vom Flohmarkt, die niemals mehr jemand lesen würde und suche interessante Textzeilen, die zu meinen Bildern passen. Die werden dann ausgeschnibbelt und aufs Bild geklebt.







Was würdest du machen wenn du keine Illustratorin wärst?

Dann würde ich wohl im sozialen Bereich arbeiten; übrigens auch sehr hilfreich zur Ideenfindung!

Was machst du wenn du nicht arbeitest?

Mit Joscha liebe Menschen treffen und irgendwas machen, was Spass macht. 

Seit wann bist Du in Münster?

Seit vielen vielen Jahren.

Welcher Stadtteil gefällt dir am besten?

Der Hansaring, denn dort ist es gemütlich, der Hafen ist in der Nähe und zum Rausgehen ist es perfekt!

Was muss jeder in Münster mal gemacht haben?

Am Kanal sitzen und sich die Pizza dorthin liefern lassen - ein Traum!




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